Springe zum Inhalt

Gastbeitrag: Warum ist Mama-Sein so ein hoch emotionales Thema?

Test der Ergobaby Adapt Babytrage am Strand
Auch ein Thema, das die Mama-Gemüter häufig erhitzt: Baby-Tragen.

Erinnert ihr euch an Katrin und ihre Gastbeiträge zum Thema "Hypnobirthing"? Seit einiger Zeit ist ihr zweites Kind auf der Welt, und jetzt hat sie die Zeit gefunden, über ein Thema zu schreiben, das wir Mamas wohl alle kennen. Leider. Denn eigentlich sitzen wir doch alle im selben Boot. Wir wissen, wie anstrengend das Mama-Sein sein kann, wir alle stehen täglich vor Entscheidungen, die wir für unsere Kinder treffen müssen. Aber anstatt sich gegenseitig zu unterstützen, verunsichern wir uns oder stellen die Entscheidungen anderer Mamas in Frage. Warum ist das eigentlich so? Diese Frage stellt Katrin sich auch:

"Egal um welches Thema es sich dreht: Mütter können untereinander so unglaublich kratzbürstig werden. Und dabei gibt so viele Themen, die die Mama-Gemüter erhitzen: Welche Windeln werden genutzt? Wie ist die Schlafsituation? Stillst du dein Kind oder gibst du ihm die Flasche? Wann gibt es das erste richtige Essen, und ist das selbstgekocht oder gekauft? Die Reizthemen lassen sich beliebig fortführen.

Das habe ich bei Vätern noch nie gesehen

Ein Großteil meine Freundeskreises ist männlich und fast alle sind bereits Väter. Wenn ich diese Väter untereinander erlebe, wird sich auf die Schulter geklopft - egal um was es geht. Hier darf das Kind am Steak nuckeln, obwohl es erst 2 Monate alt ist. Der kleine Wonneproppen klettert das höchste Gerüst auf dem Spielplatz hoch, obwohl er noch keinen geraden Schritt gehen kann.

Während die Mamas meistens die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, klopfen sich die Väter auf die Schultern. Frei nach dem Motto: Man muss die Kinder auch einfach mal machen lassen 😉

Standard-Frage vieler Mamas: "Bist du dir sicher?"

Vorwürfe oder "Aber das kannst du doch nicht machen" höre ich hier nicht.
Okay, Mütter äußern Kritik auch selten direkt. Hier wird eher gefragt, ob man sich "sicher" sei:

Bist du dir sicher, dass dein Baby nachts keine Flasche mehr braucht?
Bist du dir sicher, dass es schon aufs Töpfchen soll?
Dein Kind geht schon so früh in die Krippe - bist du sicher?

Nachfragen führen häufig zu Unsicherheit

Es wird nicht gesagt, man sei eine schlechte Mutter, aber diese Nachfragen erzeugen eben eine gewisse Unsicherheit. Bin ich zu hart? Bin ich zu konsequent?
Ist mein Kind noch nicht so weit? Tue ich meinem Kind damit etwas Gutes oder doch etwas Schlechtes?

Aber woher kommt das eigentlich? Ganz einfach, jeder gibt seine Meinung kund. Egal ob gefragt oder ungefragt. Auf Facebook wird eine Frage gestellt und es folgen unzählige, teils unhöflich Kommentare. Manchmal haben diese Kommentare noch nicht einmal etwas mit der Frage zu tun. Auf Instagram wird ein Foto geteilt und auch hier kann (fast) jeder einen Kommentar dazu äußern.

Ein Beispiel aus eigener Erfahrung

Persönliches Beispiel: Auf meine Frage, wie man am besten ein Baby und eine Selbständigkeit organisiert bekommt, wurde ich in den Kommentaren gefragt,
warum ich mich nicht zu 100% um mein Baby kümmere, sonst hätte ich auch keine Kinder bekommen müssen, wenn ich schon wieder ans Arbeiten denke. Niemand hat gefragt, ob ich arbeiten will oder vielleicht sogar muss.

Wir Mamas sollten uns viel mehr unterstützen

Kinder Großziehen ist ein Knochenjob. Wir Mütter sollten uns untereinander viel mehr unterstützen und supporten. Anstelle von "Dein Kind mag den gekauften Brei nicht, tja selbstgekocht ist eben leckerer" wäre ein "Hmmm vielleicht mal eine andere Sorte probieren, mein Kind mochte zum Start Karotte sehr gern" hilfreich.
Oder wie wäre es statt "Wie dein Kind will nicht krabbeln und gleich laufen, das geht nicht" mit einem Satz wie "Oh, da hat es aber einer eilig, die Welt zu erkunden. Diese Anti-Rutsch-Socken haben uns damals sehr gut geholfen".

Wir sollten immer daran denken: Keine Mama ist perfekt. Und keine Mama hat die Weisheit gepachtet. Alle Kinder sind verschieden. Und alle Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder.

Aus diesem Grund, seid nett zueinander und helft einander."

Vielen Dank, liebe Katrin, für diese so wahren Worte <3

Wenn ihr Katrins Berichte zum Hypnobirthing-Kurs und der Geburt lesen wollt, könnt ihr das hier tun:

Hypnobirthing - (wie) funktioniert das eigentlich?
So lief der erste Teil des Vorbereitungskurses
Die erste Hypnose, Atemtechniken & Entspannung
Wunschgeburt, Geburtslust & Entspannung
Wie alles anders kam
Hypnobirthing - der Countdown läuft
Hypnobirthing: So lief die Geburt

Veröffentlicht am Kategorien Baby und Kinder

Über Wiebke

In aller Kürze: Als Zweifach-Mama mag ich lieber Fußball statt Ballett, Bier statt Prosecco, Sneakers statt High Heels, Tarantino statt Titanic [obwohl so eine schöne Schnulze natürlich manchmal auch einfach sein muss :)], und ich hasse es, Schuhe zu kaufen. Davon abgesehen hänge ich an Hamburg, bin gern am Hafen, bei Konzerten im Stadtpark oder zum Mitfiebern im Volkspark – und all das am liebsten mit Kamera im Gepäck.