Hypnobirthing – wie alles anders kam.

Hypnobirthing Symbolbild, Buch und KerzenErinnert Ihr Euch noch an die Gastbeiträge von Katrin zum Thema Hypnobirthing? Jetzt geht es hier weiter! Nachdem ihr Kind pünktlich zum vierten Kurs-Abend kank wurde, hat Katrin ihn später nachgeholt. Ob sie sich diesmal richtig entspannen konnte, und ihr Fazit zum gesamten Hypnobirthing-Kurs lest ihr hier:

Woher weiß ich, wann ich wie atmen muss?

In Vorbereitung auf den vierten und letzten Abend unseres Hypnobirthing-Kurses habe ich mich weiter mit dem Buch von Marie F. Mongan beschäftigt. Vor allem die Kapitel zum Thema Atmung und Entspannungstechniken habe ich mir durchgelesen. Leider muss man sagen, dass ich ein wenig irritiert bin. Ich frage mich, wann muss ich wie atmen, oder vielmehr, spüre ich, in welcher Phase ich mich befinde, um dann zu wissen, wie ich atmen soll? Und was passiert, wenn ich in einer Phase der Geburt die “falsche” Technik anwende - tut es dann weh?

Die verschiedenen Techniken zu Atmung und Entspannung bringen mich ganz durcheinander und verunsichern mich auch ein wenig. Ich habe Inken meine Fragen per Email geschickt und hoffe, dass sie abends darauf eingehen wird.

Täglich üben? Habe ich einfach nicht geschafft.

Eigentlich heißt es, dass man jeden Tag üben soll, aber ich habe es in den letzten Tagen nicht einmal geschafft. Ich habe eine Weiterbildung angefangen und gleichzeitig ist mein erstes Kind krank geworden. Abends, wenn ich eigentlich die Zeit und die Ruhe hätte mit meinem Mann zu üben, fehlt mir einfach die Lust. Ich habe dann keinen Elan mehr und möchte gar nichts mehr tun. Das Gute ist, dass wir erst Ende Oktober haben und bis zur Geburt Mitte März noch ein wenig Zeit ist. 

Kinder kennen keine Termine - nur Bedürfnisse.

Ihr kennt das sicher auch: Ihr habt einen Termin, der Babysitter ist organisiert, aber dann kommt alles ganz anders. So auch an diesem Abend.

Damit wir den letzten Termin von unserem Hypnobirthing-Kurs wahrnehmen können, haben wir meine Schwiegermutter gebeten, auf Kind Nr. 1 aufzupassen. Wie ich bereits kurz angedeutet habe, ist es leider krank geworden. Normalerweise können wir unser Kind ins Bett legen, und es schläft sofort ein. Heute leider nicht. Es lässt sich nicht beruhigen, will nicht schlafen und ist nur am weinen. Ich vermute es sind die Zähne. Aber so richtig kann man das selten in dem Alter sagen.

Meine Schwiegermutter hat mir angeboten, dass wir trotzdem fahren können und sie sich um den kleinen Schreihals kümmert. Aber könntet Ihr das? Euer weinendes Kind einfach so verlassen? Es gibt sicher Situationen, da kann man sein weinendes Kind einfach in andere Hände abgeben. Aber in dieser Situation kann ich es nicht. Meinem Kind geht es nicht gut. Es ist nicht nur ein unzufriedenes Nölen, sondern es ist für das Kind etwas Ernstes. Mein Kind will nur auf meinen Arm. Und das gebe ich dem kleinen Schatz. Inken sage ich ab, und meine Schwiegermutter schicke ich wieder nach Hause.    

Ein Hoch auf die neue Technik

Ich wusste, dass Inken nach dem letzten Abend nach San Francisco reiste und ich mich mit ihr nicht treffen konnte, um meine Fragezeichen im Kopf aufzulösen. Aber Inken hatte zwei tolle Ideen.

Idee Nr. 1 war ein Ersatztermin Ende Dezember.
Idee Nr. 2 war ein Gespräch per Internet-Telefonie.

Abends rief sie mich an, und wir redeten über meine offenen Fragen und meine Ängste. Sie gab mir die Gewissheit, dass ich nicht “falsch” atmen werde. Auch wenn ich nicht bewusst weiß, in welcher Phase ich mich gerade befinde, sollte ich ruhig weiter atmen. Und selbst wenn ich das Gefühl habe, ich befinde mich in einer anderen Phase der Geburt, so soll ich einfach eine andere Atemtechnik ausprobieren und schauen, wie es mir damit geht.

Was macht mein Mann die ganze Zeit?

Neben der Zeit zum Üben und der richtigen Atemtechnik ist und bleibt eine meiner größten Herausforderungen, meinen Mann mit einzubeziehen. Bei der ersten Geburt war mein Mann die ganze Zeit dabei. Er war der stille Beobachter, der sich um die Getränke und das Essen kümmerte. Aber vielmehr konnte er nicht machen.

Beim Hypnobirthing ist das ein wenig anders. Hier wird der Mann, oder wer einen auch immer zur Geburt begleitet, schon aktiver mit einbezogen. Ich schätze meinen Mann an meiner Seite sehr. Niemand kennt mich so wie er, und ich kann mich jederzeit auf ihn verlassen. Ich weiß, dass er mich bei allem unterstützt, was ich tue. Gleichzeitig bin ich eine erwachsene und selbstbewusste Frau, der es schwer fällt, sich emotional fallen zu lassen und Unterstützung anzunehmen. Gerade eine Geburt ist ein sehr intimes und emotionales Ereignis. Wie kann ich ihn hier mit einbeziehen und gleichzeitig die selbstbewusste Frau bleiben, die ich bin?

Dem Mann vorher sagen, was man möchte. Aber was ist das?

Inken hat mir in diesem Bereich geraten, mit meinem Mann darüber zu reden, wie genau ich mir die Unterstützung während der Geburt von ihm wünsche. Einfache Aufgabe sollte man denken. Aber so einfach war es dann doch nicht. Einerseits musste ich mir erstmal darüber im Klaren werden, was ich mir von meinem Mann wünsche und was nicht. Andererseits weiß man nie so genau, wie man während einer Geburt reagiert. Was ist, wenn ich mir jetzt etwas wünsche, was ich dann am Tag X aber gar nicht mehr haben will?

Hier kommt mir der Satz zu Gute, den mir eine Hebamme in Bezug auf eine Wassergeburt geraten hat. Es ist völlig OK, sich eine Wassergeburt zu wünschen. Ebenso ist es total in Ordnung, dass man seine Meinung sofort ändert, wenn man den ersten Zeh ins Wasser steckt. Und so habe ich es mit meinem Mann besprochen. Ich habe mir Gedanken dazu gemacht, wie ich mir meinen idealen Geburtsablauf vorstelle. Diesen idealisierten Plan habe ich dann mit ihm besprochen. Er weiß nun genau, was ich mir wünsche, und was ich versuchen möchte zu unterbinden. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass ich meine Meinung jederzeit ändern kann, und er sich dadurch aber nicht vor den Kopf gestoßen fühlen braucht.

Hypnobirthing, Teil 4: der Ersatztermin Ende Dezember.

Wie bereits erwähnt, konnten mein Mann und ich den letzten Abend unseres Workshops leider nicht wahrnehmen. Umso glücklicher war ich, dass es einen Kurs gab, der noch nicht voll besetzt war, so dass wir den letzten Teil unseres Kurses nachholen konnten. Der Kurs startete mit Geburtsvideos. So langsam gewöhnte ich mich an den Anblick fremder Frauen, die Kinder bekommen.

Danach begannen wir mit zwei Hypnoseübungen. Ich hatte es nie wirklich geschafft, täglich zu üben. Umso erfreulicher bemerkte ich, dass mir die Übungen leicht fielen. Ich hörte zwar, das Inken einen Text vorlas, aber so richtig konnte ich dem nicht folgen. Ich war ganz bei mir und lag einfach nur so da und atmete. Wenn ich das auch am Tag der Geburt schaffen sollte, wäre das wunderbar.

Es folgten ein paar Theorieeinheiten rings um das Thema Tipps für den Geburtsbegleiter: was kann man machen, wenn die Geburt ins Stocken gerät, welche Geburtspositionen gibt es, oder auch, wie kann man dem Kind noch vor der Geburt helfen, die richtige Position einzunehmen?

Und schon war der Kurs vorbei. Vier Einheiten, die jeweils zwischen 3 und 4,5 Stunden variierten waren vorbei. Nun liegt es an mir, mich weiter auf die Geburt vorzubereiten.

Katrins Fazit zum Hypnobirthing-Kurs:

Man fühlt sich bei Inken nicht nur wie in einem Workshop, in dem einem das theoretische Wissen vermittelt wird, sondern man fühlt sich rundum gut versorgt. Eine Geburt und auch schon die Wochen davor sind eine emotionale Zeit, in der einem viele Dinge durch den Kopf gehen. Inken vermittelt nicht nur die reine Theorie zum Thema Hypnobirthing, sondern passt sich auch auf die individuellen Bedürfnisse an und steht einem mit Rat und Tat zur Seite.

Da sie bereits Mutter zweier Kinder ist, merkt man, dass sie weiß, wovon sie redet und man fühlt sich gut aufgehoben.  

Wie Katrin die anderen Teile des Kurses erlebt hat, lest Ihr hier:

Hypnobirting - (wie) funktioniert das eigentlich?
So lief der erste Teil des Vorbereitungskurses
Die erste Hypnose, Atemtechniken & Entspannung
Wunschgeburt, Geburtslust & Entspannung

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Über Wiebke

In aller Kürze: Als Zweifach-Mama mag ich lieber Fußball statt Ballett, Bier statt Prosecco, Sneakers statt High Heels, Tarantino statt Titanic [obwohl so eine schöne Schnulze natürlich manchmal auch einfach sein muss :)], und ich hasse es, Schuhe zu kaufen. Davon abgesehen hänge ich an Hamburg, bin gern am Hafen, bei Konzerten im Stadtpark oder zum Mitfiebern im Volkspark – und all das am liebsten mit Kamera im Gepäck.