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Wie Corona unser Leben verändert hat

Der Mund-Nasen-Schutz gehört dank Corona seit einigen Monaten zum Alltag.
Der Mund-Nasen-Schutz gehört dank Corona seit einigen Monaten zum Alltag.

Mal wieder ist mein letzter Artikel viel zu lange her. Und obwohl ich diesen Satz gefühlt schon so oft geschrieben habe, war ich tatsächlich selbst etwas geschockt, dass mein letzter Text schon aus dem Januar ist. Januar! Fast ein komplettes Jahr lang habe ich hier nichts geschrieben. Dabei ist so unglaublich viel passiert - und vielleicht war genau das auch der Grund. Im März ging es mit Corona richtig los. Und wie bei so vielen anderen hat sich dadurch auch bei uns einiges verändert.

Als wir die Zwerge Mitte März aus der Kita abgeholt haben, haben wir ihnen gesagt, dass sie ihre Freunde "in den nächsten zwei Wochen" leider nicht sehen werden. So lange sollte die Kita ursprünglich geschlossen werden, jedenfalls vorerst. Aus den zwei Wochen wurden schnell 5, und wir haben uns gefragt, wie wir das bitte schaffen sollen. Zum Glück konnten wir beide zu Hause arbeiten - während wir parallel die Kinder beschäftigt haben. Wir haben uns das Ganze so gut es ging aufgeteilt, und glücklicherweise konnte ich auch viel abends arbeiten, wenn die Zwerge im Bett waren.

Trotzdem schlaucht das auf Dauer ganz schön - und zwar nicht nur uns, sondern auch die Kinder.

Am Anfang haben die Zwei sich gefreut, dass sie zu Hause bleiben und so viel Zeit mit Mama und Papa verbringen können. Irgendwann haben sie aber gemerkt, dass es dieses Mal anders ist als im Urlaub. Denn Mama und Papa mussten leider häufiger als sonst sagen "Jetzt geht es leider gerade nicht". Dazu kam, dass sie natürlich ihre Freunde vermisst haben, und es auch sonst nicht viel gab, was man außerhalb der eigenen vier Wände machen konnte. Nicht einmal ein Besuch auf dem Spielplatz war möglich. Wir sind fast jeden Tag draußen Laufrad gefahren, und als wir dabei zufällig eine Kita-Freundin der Motte getroffen haben, war die Freude nach all der Zeit riesig.

Zum Glück sind unsere beiden in einer wirklich tollen Kita. Die Erzieherinnen haben immer wieder kurze Videos und Briefe geschickt, sind vorbeigekommen, um einen Osterhasen oder ein Geburtstagsgschenk vor die Tür zu stellen, und die Kinder konnten kurz vom Balkon aus mit ihnen sprechen. Es gab Videochats per WhatsApp und kleine Aufgaben per Post. Ich finde es wirklich toll, wie die Kita versucht hat, den Kontakt zu den Familie trotz Corona aufrecht zu erhalten. Und wir haben gemerkt, mit wieviel Herzblut die Erzieherinnen dabei sind.

Während Restaurants und Einkaufszentren langsam wieder öffnen durften, blieben die Kitas geschlossen.

Wirklich verstanden habe ich es nicht. Natürlich können kleine Kinder sich nicht an die Hygieneregeln halten. Natürlich kann man einem Zweijährigen nicht erklären, dass er einen Mundschutz tragen und einen Sicherheitsabstand einhalten soll. Trotzdem hat es mich irritiert, dass scheinbar niemand darüber nachgedacht hat, was die Situation für alle Eltern bedeutet - und vor allem, wie unsere Kinder damit klarkommen sollen.

Irgendwann kam dann der Punkt, an dem es hieß, dass auch die Kitas langsam wieder öffnen. Und in die erste große Erleichterung mischte sich bei mir tatsächlich - Wehmut. Ja, ihr habt richtig gelesen. Aber so anstrengend die Zeit zwischen Home Office und Kinderbetreuung auch war: Ich habe es auch genossen, meine beiden tagsüber hier zu haben. Sie nicht morgens hektisch in die Kita zu bringen, weil die Zeit knapp ist. Stattdessen in Ruhe zusammen zu frühstücken. Nicht auf jede Minute zu schauen, weil ich die Zeit, die ich tagsüber nicht geschafft habe, abends nacharbeiten kann.

Der erste Tag in der Kita fühlte sich merkwürdig an.

Zuerst durfte nur die Motte wieder hin, der kleine Bruder musste noch zu Hause bleiben. Ehrlich gesagt war die Situation dadurch noch blöder als vorher - denn jetzt hatte er tagsüber nicht mal mehr seine große Schwester zum Spielen. Als wir morgens an der Kita ankamen, gab es überall Schilder mit Hinweisen zu Verhaltens- und Hygieneregeln. Wir Eltern durften die Kinder auch nicht mehr zu ihren Gruppen bringen. Stattdessen mussten wir klingeln, uns direkt vorn in der Halle verabschieden - und das Kind wurde von einem Erzieher abgeholt.

Nach der langen Pause war also zusätzlich auch die Routine der Kleinen völlig durcheinander. Ehrlich gesagt bin ich am ersten Tag mit einem richtig schlechten Gefühl nach Hause gefahren. Die ganzen Masken, Schilder, neuen Regeln - ich habe mich gefragt, wie unsere Kinder das alles verstehen sollen.

Bei der Großen ging es aber ganz gut, zum Glück durfte sie auch noch in ihre alte Gruppe zurück und musste nicht direkt in die Vorschule wechseln. Der Kleine durfte dann zwei Wochen später auch endlich wieder los. Und für ihn war das Ganze ein bisschen schwieriger. Nach wenigen Tagen hatte aber auch er sich an die neue Situation gewöhnt - besser als ich.

Nach und nach wurden die Vorgaben dann wieder gelockert.

Irgendwann durften wir unsere Kinder wieder selbst in ihre Gruppen bringen und auch abholen, mit einer begrenzten Anzahl von Eltern gleichzeitig. Trotzdem sind viele Veränderungen geblieben. Die Vorschulklasse hat zum Beispiel jeden Donnerstag einen Ausflug gemacht - geht natürlich in diesem Jahr nicht. Das Sommerfest ist ausgefallen. Das Laternenfest wurde abgeändert und ist für einige Kinder ganz ausgefallen. Die Weihnachtsfeier findet ohne Eltern in den einzelnen Gruppen statt - wenn sie denn überhaupt noch stattfindet. Klingt alles nicht nach großen Katastrophen - sind sie ja auch nicht. Und trotzdem nehmen sie den Kindern soviel von dem, was sie eigentlich sorglos erleben sollten. Und ehrlich gesagt macht mich das teilweise schon traurig, auch wenn ich natürlich weiß, dass es einfach nicht anders möglich ist.

Die Kinder müssen immernoch auf vieles verzichten.

Schon während des lagen Lockdowns mussten die Zwerge auf so vieles verzichten - und das müssen sie heute immer noch (oder wieder). Den Kinder-Geburtstag der Motte konnten wir erst drei Monate später feiern (immerhin!). Unseren ersten Urlaub mussten wir zwei Mal verschieben, der zweite konnte dann glücklicherweise wie geplant doch noch stattfinden. Monatelang durften sich die beiden mit fast niemandem treffen, nicht auf den Spielplatz, auch auf Besuche bei Oma und Opa mussten sie lange verzichten.

Als die Kita wieder losging, konnten auch endlich andere Dinge wieder starten. Treffen mit Freunden, Besuche auf dem Spielplatz, das von den beiden geliebte Kinder-Singen - nach all der langen Zeit haben sich die beiden wirklich sehr darauf gefreut. Und dann? Dann hat es nur einige Wochen angehalten, bis das Singen wieder ausfallen musste. Bis der gebuchte und lang herbeigesehnte Schwimmkurs auf den letzten Metern doch wieder abgesagt wurde. Bis es hieß, bitte nur noch mit einem festen Freund/einer festen Freundin treffen. Und bis schließlich die Kitas jetzt kurz davorstehen, wieder geschlossen zu werden. Ich weiß nicht, wie oft wir den beiden in diesem Jahr gesagt haben "Das geht leider gerade nicht wegen Corona". Wie oft wir einen traurigen Blick als Antwort bekommen haben, obwohl zumindest die Motte es inzwischen versteht.

Vermutlich wird nicht einmal der Weihnachtsmann in diesem Jahr persönlich vorbeikommen können, auf den die beiden sich schon so lange gefreut haben. Aber vielleicht meldet er sich ja per Video-Call 😉

Auch im Job hat sich einiges geändert.

Damit wären wir auch direkt beim nächsten Thema. Ja, ich habe auch vor Corona schon regelmäßig im Home Office gearbeitet. Genauer gesagt an einem festen Tag pro Woche. Durch den Lockdown wurde das zum Dauerzustand - und wir haben als Team festgestellt, dass es einfach richtig gut funktioniert. Dafür bin ich sehr dankbar, weil es so unglaublich viel erleichtert. In dem Punkt hat(te) Corona tatsächlich etwas Gutes, wenn man das überhaupt so sagen darf.

Meetings per Video waren anfangs zwar ungewohnt, aber da habe ich mich schnell dran gewöhnt. Auch als die Einschränkungen gelockert wurden, sind wir dabei geblieben, nur an einigen Tagen ins Büro zu fahren. Dann freue ich mich allerdings auch sehr, meine lieben Kolleginnen auch mal wieder "live" zu sehen und zu quatschen, ohne dass zwei Monitore dazwischengeschaltet sind. In nächster Zeit wird das wohl leider erst einmal wieder wegfallen. Aber zum Glück haben wir inzwischen Übung in Videokonferenzen 😉

Eine der sichtbarsten Veränderungen sind mit Sicherheit die Masken.

Und die werden uns wohl noch eine ganze Weile begleiten . Ganz ehrlich: Ich habe auch nicht gerade Jubelsprünge gemacht, als die Maskenpflicht eingeführt wurde. Zum einen sorgt das Ding regelmäßig dafür, dass meine Brille beschlägt, und das ist mega-nervig. Zum anderen, und das ist der deutlich wichtigere Punkt, hätte ich mir gewünscht, dass meine Kinder nicht in einem Alltag aufwachsen müssen, in dem die meisten Erwachsenen Masken tragen müssen. Inzwischen denke ich, dass das Problem mehr bei mir liegt als bei meinen Kindern, denn sie sehen den Mundschutz als ganz normal an. Trotzdem bekomme ich den Gedanken nicht aus meinen Kopf, dass das Ganze ihnen etwas von der Leichtigkeit nimmt, die eine Kindheit eigentlich haben sollte.

Aber auch wenn die Masken manchmal nerven können, bin ich überzeugt davon, dass sie leider notwendig sind. Und ich kann mich darüber aufregen, wenn sich erwachsene Menschen nicht an die Maskenpflicht halten oder meinen, sie könnten ihrer Nase etwas Frichlust gönnen - indem sie den Mund-NASEN-Schutz nur über den Mund ziehen. Ganz ehrlich: So schwer ist es doch eigentlich nicht, oder? Und selbst wenn ihr (warum auch immer) glaubt, dass das alles Quatsch ist und eh nichts bringt - was verliert ihr denn, wenn ihr die Masken trotzdem (richtig) aufsetzt? Im schlechteste Fall haben sie keinen Effekt - im besten rettet ihr damit vielleicht jemandem das Leben.

Nachdem wir dieses wirklich blöde Jahr endlich irgendwie hinter uns gebracht haben, wartet am Ende - der zweite Lockdown.

Während ich das schreibe, will ich es eigentlich selbst noch nicht richtig wahrhaben. Aber es wird passieren, und ja, ich weiß, dass es notwendig ist. Trotzdem habe ich gerade nur einen Gedanken: "Ich will das nicht!". Nicht schon wieder. Nicht noch mal. Wenn es wirklich nur um die Zeit bis zum 10. Januar ginge, wäre ja sogar alles noch entspannt. Die paar Tage kriegen wir locker rum. Aber ganz ehrlich: Glaubt jemand im Ernst daran, dass ab dem 11. Januar vieles wieder öffnet? Ich kann es mir jedenfalls nicht vorstellen.

Nach Weihnachten und Silvester werden die Zahlen doch eher noch steigen. Und ich habe wirklich Angst, dass wir dann wieder zwei oder vielleicht sogar drei Monate hier sitzen, im Home Office - und mit geschlossenen Kitas. Für uns Erwachsene wird das vor allem anstrengend. Aber die Kinder dürfen dann wieder wochenlang nicht zu ihren Freunden in die Kita. Sie werden wieder aus ihren geregelten Abläufen gerissen, und Mama und Papa müssen wieder deutlich häufiger sagen "Jetzt gerade nicht". Ich hoffe sehr, dass dieses Mal die Kitas zumindest nicht noch einmal als letztes wieder geöffnet werden. Dass die Motte nicht Monate ihres einzigen Vorschuljahres verpasst. Und dass die beiden nicht noch länger auf so vieles verzichten müssen, was ihnen Spaß macht, und worauf sie sich freuen.

Im Moment sieht es ja danach aus, als wären die Kitas dieses Mal nicht so stark betroffen.

Zumindest hier in Hamburg können die Zwerge wohl weiter hingehen bzw. die Eltern selbst entscheiden. Hoffen wir mal, dass das so bleibt, und es ausreicht, wenn sie erst einmal zwei Wochen zu Hause bleiben.

Aber vor allem hoffe ich eines: Dass die Infektionszahlen endlich dauerhaft zurückgehen, und dass Corona uns alle im Laufe des Jahres ENDLICH in Ruhe lässt! Dafür nehme ich tatsächlich auch gern noch einen zweiten Lockdown in Kauf - es wäre nur nett, wenn er nicht wieder Monate dauert 😉

Veröffentlicht am Kategorien Baby, Blog

Über Wiebke

In aller Kürze: Als Zweifach-Mama mag ich lieber Fußball statt Ballett, Bier statt Prosecco, Sneakers statt High Heels, Tarantino statt Titanic [obwohl so eine schöne Schnulze natürlich manchmal auch einfach sein muss :)], und ich hasse es, Schuhe zu kaufen. Davon abgesehen hänge ich an Hamburg, bin gern am Hafen, bei Konzerten im Stadtpark oder zum Mitfiebern im Volkspark – und all das am liebsten mit Kamera im Gepäck.