Weihnachten mit Kindern – ein bisschen wie früher.

Weihnachtsbaum
Unser Weihnachtsbaum sorgt bei der Motte für strahlende Augen.

Das ging jetzt schnell. Kaum ist man endlich ein bisschen in Weihnachtsstimmung, zack!, sind die 3 Tage auch schon wieder vorbei. Und ich bin etwas sentimental, weil ich gemerkt habe, dass Weihnachten mit Kindern doch tatsächlich (endlich) wieder ein bisschen wie früher ist.Für mich war es dieses Jahr irgendwie eine seltsame Situation. Auf der einen Seite die Gedanken daran, was vor einem Jahr alles passiert ist. Die Motte schrammte an der Grenze zur Lungenentzündung, das Familienfest wurde abgesagt. Da habe ich noch nicht geahnt, dass es das letzte Weihnachten sein wird, an dem meine Mama da ist. Und ehrlich gesagt habe ich noch ganz schön daran zu knabbern, dass wir uns ausgerechnet da nicht gesehen haben.

Auf der anderen Seite die Kinder. Die Motte schon 3 Tage vorher komplett aufgeregt, weil sie sich so auf den Weihnachtsmann gefreut hat <3 Die unbedingt den Tannenbaum mit schmücken wollte und mit Begeisterung Deko gebastelt hat. Und der Kleine, der in diesem Jahr zum ersten Mal alles richtig mitbekommt.

Mein Papa war ein Weihnachtsfan.

Ich musste viel daran denken, wie es früher bei uns zuhause war. Der Weihnachtsmann ist zwar nicht vorbeigekommen (jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern), aber mein Papa war ein riesiger Weihnachtsfan. Vielleicht lag es an seinen erzgebirgischen Wurzeln, aber ich weiß noch, wie er mit Begeisterung und glänzenden Augen alles aufgebaut hat: die tollen Pyramiden, die Räuchermännchen, den großen Türken mit Pfeife, den Schwibbogen und die vielen Kerzen und Lichter. Im kompletten Wohnzimmer herrschte gemütliche Weihnachtsstimmung.

Und wenn der Tannenbaum dann geschmückt war, und ich ins Wohnzimmer durfte - einfach unglaublich schön. Später haben wir den Baum dann zusammen geschmückt. Meistens kamen noch Oma, Opa und Onkel vorbei, später fehlte dann der Opa.

Weihnachten war plötzlich anders.

Als mein Papa gestorben ist, hat sich das alles sehr verändert, und der "Zauber" von Weihnachten ist verloren gegangen. Meine Mama hat nichts mehr aufgebaut, weil es sie zu traurig gemacht hätte. In den ersten Jahren haben wir uns so getroffen und sind dann in einem Restaurant etwas essen gegangen. Das war auch schön, aber eben komplett anders.

Dann kam die Motte, und wir haben angefangen, den Heiligabend bei uns zu feiern. Allerdings auch ohne viel Deko, abgesehen vom Baum. Weil wir erstens nicht wirklich Platz hatten, um viel aufzustellen, und es zweitens ja auch kindersicher hätte sein müssen.

Weihnachten bekommt mit Kindern eine andere Bedeutung.

Abgesehen von etwas Leucht- und Hängedeko geht es auch heute (leider) noch nicht. Trotzdem bekommt Weihnachten mit Kindern wieder eine ganz andere Bedeutung, finde ich. Wir haben schon vorher viele Weihnachtsbücher gelesen, und beide haben sich jeden Tag darauf gefreut, ihre Adventskalender aufzumachen. Lene hat ganz viel vom Weihnachtsmann erzählt, und der kam in diesem Jahr tatsächlich zum zweiten Mal bei uns vorbei 🙂

Das finde ich schon besonders, wenn es klingelt, und man die Augen der beiden sieht, die erwartungsvoll zur Tür schauen.  Auch wenn die Große am Anfang wieder Angst hatte, genau wie im letzten Jahr. Aber irgendwann traut sie sich eben doch zu ihm hin und ist ganz stolz. Und wenn man ihre leuchtenden Augen sieht, wenn sie später erzählt, dass der Weihnachtsmann da war, war es wohl doch das richtige.

Ich freue mich schon auf die Pyramide.

Natürlich sollte es an Weihnachten nicht (nur) um Geschenke gehen. Aber genauso natürlich freuen sich die Zwerge eben darauf. Trotzdem glaube ich, es sind nicht nur die Geschenke, die Weihnachten für sie besonders machen, sondern ganz viel auch das Drumherum. Deshalb freue mich schon sehr auf den Tag, an dem wir auch die große Pyramide aufstellen können. Die Räuchermännchen aus dem Schrank holen, den Türken aufbauen und den Schwibbogen ins Fenster stellen. Ich bin mir sicher, die Kinder werden es toll finden!

Dann wird Weihnachten noch ein kleines bisschen mehr wie früher -  und es kommt noch ein großes Stück des Zaubers zurück. Und Mama wird vermutlich noch mal sehr sentimental, aber das ist okay.

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Über Wiebke

In aller Kürze: Als Zweifach-Mama mag ich lieber Fußball statt Ballett, Bier statt Prosecco, Sneakers statt High Heels, Tarantino statt Titanic [obwohl so eine schöne Schnulze natürlich manchmal auch einfach sein muss :)], und ich hasse es, Schuhe zu kaufen. Davon abgesehen hänge ich an Hamburg, bin gern am Hafen, bei Konzerten im Stadtpark oder zum Mitfiebern im Volkspark – und all das am liebsten mit Kamera im Gepäck.