Vegetarische Schuhe – veganes Essen?

Schuh-Karton Vegetarian Shoes
Schon der Karton verrät, was drin ist.

Seit 18 Jahren esse ich jetzt schon kein Fleisch mehr. Deutlich länger, als viele mir zugetraut hätten und ehrlichgesagt auch deutlich länger, als ich es selbst erwartet hätte. Lang genug, um sich endlich an das nächste Feld zu wagen: vegane Schuhe. Sind etwas teurer als normale, aber lohnt sich der Preis auch?Ich weiß noch, als ich mich gerade dazu entschieden hatte, vegetarisch zu essen und eine Bekannte meiner Eltern meinte, dass sie schon seit 15 Jahren auf Fleisch verzichtet. Da war ich erst mal schwer beeindruckt und etwas skeptisch, dass ich das so lange durchhalte. Durchhalten deshalb, weil ich es nicht aus Nicht-Mögen-Gründen entschieden hatte, ganz im Gegenteil. 

Vegetarier-Sein ist einfacher geworden.

Eigentlich habe ich immer gern Fleisch gegessen. Der eigentliche Grund waren die vielen Filme über Tiertransporte, Tierhaltung und Schlachthöfe - und die Entscheidung, dass ich nicht möchte, dass Tiere so behandelt werden, nur damit ich ein lecker Schnitzel essen kann. Aber ich schweife ab 🙂

Man muss dazu sagen, dass das Vegetarier-Sein in den letzten Jahren auch deutlich einfacher geworden ist. Am Anfang bestand die Auswahl im Restaurant meistens aus - Salat. Inzwischen gibt es in den Bio-Läden eine große Palette an unterschiedlichen Produkten und auch die meisten Restaurants bieten vegetarische - wenn nicht sogar vegane - Gerichte an. Und genau das ist auch der nächste Punkt: Ich beschäftige mich immer mehr mit dem Thema "Veganes Essen". Denn auch wenn ich nach wie vor denke, dass jeder Schritt besser ist als nichts - im Prinzip wäre das die einzig wirklich konsequente Variante. Komplett auf tierische Produkte zu verzichten. Aber ich gebe auch zu: Einfach finde ich das nicht. Ich weiß auch nicht, ob das wirklich etwas für mich ist, habe aber beschlossen, mich mal ein bisschen ranzutasten. Mit 2 Kochbüchern - und veganen Winterstiefeln. Genau die habe ich nämlich vor ein paar Tagen im Netz entdeckt. Und entgegen meiner Bedenken fand ich sie wirklich schick! Deshalb gings heute nach Altona zu Veganz, dem vor ein paar Wochen eröffneten veganen Supermarkt. Mit im Gebäude ist eine kleine Filiale von Avesu, dem veganen Schuhladen. Und tatsächlich gab es Stiefel, die mir gefallen und gepasst haben:

Freude über vegane Schuhe ohne Leder.

Vegane Schuhe aus Wildlederimitat
Die vegangen Winterstiefel - flauschig und bequem.

Sehen doch schick aus, oder was meint Ihr? Ist Wildlederimitat mit flauschiger Polsterung, und meine Füße bleiben jetzt hoffentlich auch ohne Tier an den Füßen schön warm. Denn auch wenn ich mich über blöde Sprüche wie "Ach nee, Vegetarier sein, aber Lederschuhe tragen" immer aufgeregt habe - im Prinzip ist ja doch etwas dran. Und außerdem vertrete ich nach wie vor die Meinung, dass jeder kleine Schritt besser ist als nichts. Heißt also, auch wenn ich nicht komplett zum Veganer werde, freue ich mich trotzdem über lederfreie Schuhe. Einen kleinen Nachteil haben sie allerdings leider doch: Wasserfest sind sie nämlich nicht. Und das finde ich bei Winterstiefeln dann doch etwas unpraktisch...

"Aber Hühnchen isst Du doch, oder?"

Nebenbei gesagt gab es viele kleine Anekdoten in der Vegetarier-Zeit. Ich weiß zum Beispiel nicht, wie oft ich die Frage gehört habe: "Aber Hühnchen isst Du doch, oder?" Warum um alles in der Welt gilt Geflügel bei so viele Leuten scheinbar nicht als Fleisch? Oder der Tag, an dem BSE zum ersten Mal groß in den Medien war. Ich war noch in der Ausbildung, kam in die Küche und wurde sofort angeraunzt: "Brauchst gar nicht so zu grinsen, Du kriegst das genauso". Ähm...hmm? Oder auch die latente Unterstellung, man würde anderen seine Meinung aufzwingen wollen. Ehrlich gesagt kam es mir immer eher so vor, als ob viele versucht hätten, mich zum Wieder-Fleisch-Essen zu überreden. Warum auch immer. Vielleicht aus schlechtem Gewissen? Dabei finde ich es vollkommen okay, wenn jemand Fleisch ist. Ich finde nur, dass man sich damit auseinandersetzen sollte, wo es herkommt. Und wenn man dann für sich entscheidet, dass man es trotzdem essen möchte - völlig in Ordnung.

Wie dem auch sei, eigentlch wollte ich nur kurz von den Schuhen berichten, weil ich so begeistert davon bin. Deshalb belasse ich es jetzt auch erst mal dabei, bevor das hier zum Vegetarier-Essay wird 🙂

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Über Wiebke

In aller Kürze: Als Zweifach-Mama mag ich lieber Fußball statt Ballett, Bier statt Prosecco, Sneakers statt High Heels, Tarantino statt Titanic [obwohl so eine schöne Schnulze natürlich manchmal auch einfach sein muss :)], und ich hasse es, Schuhe zu kaufen. Davon abgesehen hänge ich an Hamburg, bin gern am Hafen, bei Konzerten im Stadtpark oder zum Mitfiebern im Volkspark – und all das am liebsten mit Kamera im Gepäck.