Elternzeit-Endspurt: Wehmut und Vorfreude.

Wegweiser Elternzeit Neuer Job Wiebkes WeltDer Countdown läuft: In ziemlich genau einer Woche ist meine Elternzeit (schon) wieder um. Unglaublich, wie die Zeit rast! Am Anfang denkt man noch, ein Jahr wäre so lang, aber dann ist es ruckzuck vorbei. Und diesmal macht sich ein bisschen mehr Wehmut breit als beim letzten Mal - aber auch ein bisschen mehr Vorfreude.

So richtig kann ich es noch nicht glauben, dass sie in ein paar Tagen vorbei ist. Die Zeit, in der ich die Motte zur Kita bringe, und dann mit dem Schlumpf zuhause bin. Wir sind draußen, gehen einkaufen, spielen, er macht seinen Mittagschlaf, und dann holen wir die Große auch schon wieder ab. Irgendwie habe ich das Gefühl, die entspannte Zeit hat gerade erst angefangen. Aber das ist ja auch kein Wunder. Schließlich haben mich meine Weiterbildung und einige private Dinge die meiste Zeit ganz schön auf Trab gehalten und unter Stress gesetzt. Und eigentlich hat sich das ganze erst jetzt, also kurz vor Schluss, etwas gelegt.

Die Weiterbildung ist geschafft, die Wohnung meiner Mama renoviert und zum 1. September vermietet. Es fehlt nur noch die Schlüsselübergabe, dann ist das Thema erst einmal vom Tisch. Fühlt sich komisch an, der Gedanke, dass jetzt jemand Anderes dort wohnt. Aber vielleicht ist es auch gut, weil ich es dann nicht mehr ständig im Kopf habe.

Vom Baby zum Kleinkind – da kommen Erinnerungen hoch.

Wenn ich die vielen Mamas mit ihren Babys im Park sehe, werde ich im Moment ganz schön wehmütig. Denn unser Baby ist jetzt eigentlich schon kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind. Vor kurzem haben wir den ersten Geburtstag gefeiert, und mir sind all die Momente im Krankenhaus wieder durch den Kopf gegangen. Wie es war, als wir nachts losgefahren sind. Wie die Hebamme meinte, das dauert noch, und er 2,5 Stunden später schon da war. Wie wir den kleinen Mann, der noch gar nicht wusste, wo er ist, und wie ihm geschah, das erste Mal im Arm hielten. Und wie schön sie auch beim zweiten Mal war, diese erste Kuschelzeit.

Nach meiner ersten Elternzeit war ich auch etwas traurig, dass sie vorbei ist. Aber ich war vor allem eins: erleichtert, wieder mehr unter Menschen zu kommen. Mich auch mal wieder normal zu unterhalten, auch tagsüber normale Gespräche zu führen, und nicht gefühlt "ab vom Schuss" relativ allein in Neu-Allermöhe festzusitzen. Das ist diesmal anders, denn wir sind ja inzwischen (zum Glück) wieder mitten drin, in der Stadt. Treffen mit Freunden oder Kollegen sind auch relativ spontan möglich, die Umgebung ist super, und ich finde es herrlich, den schlafenden Schlumpf durch den Park zu schieben oder sich einfach kurz draußen hinzusetzen.

Die letzte Elternzeit meines Lebens.

Wenn ich mir jetzt überlege, dass ich die Elternzeit mit einem Kind teilweise anstrengend fand, frage ich mich ein bisschen: wieso eigentlich? Ich bin zwei Mal am Tag mindestens 1-1,5 Stunden spazierengegangen bin. Eigentlich schön – es gab aber auch nicht viel Anderes, was man machen konnte. Und irgendwann habe ich ehrlichgesagt die Stunden gezählt, bis der Papa nach Hause kam. Dieses Mal hätte ich an ein oder andere Stelle gern etwas mehr Zeit gehabt. Das lag allerdings vor allen an den Dingen, die passiert sind und/oder erledigt werden mussten.

Ein wichtiger (oder DER wichtigste) Unterschied zur ersten Elternzeit ist auch, dass ich gewusst oder zumindest gehofft habe, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Elternzeit Nummer zwei ansteht. Das ist diesmal anders, denn wir sind uns einig, dass unsere Familie mit zwei Kindern komplett ist. Also läuft gerade die letzte Woche der letzten Elternzeit meines Lebens - und ich glaube, das trägt ein großes Stück zur Wehmut bei. Genau wie die Tatsache, dass der Schlumpf zeitgleich zu meinem Arbeitsstart in der Kita eingewöhnt wird, und die Motte jetzt schon seit einiger Zeit bei den "Großen" ist – obwohl es mir so vorkommt, als wäre sie gestern erst bei den Kleinen gestartet. Dass wir angefangen haben, die ersten größeren Babysachen zu verkaufen, macht es nicht gerade besser. Unglaublich, wie die Zeit rast! 

Tschüß Elternzeit, hallo neuer Job!

Arbeitsstart ist aber das Stichwort, das dafür sorgt, dass ich mich auch diesmal ein bisschen auf das Ende der Elternzeit freue. Denn ich habe den Schritt gewagt und starte in einem tollen neuen Job! Was und wo, das verrate ich jetzt noch nicht, aber bisher klingt alles ganz großartig – und irgendwie hat auch einfach alles gepasst. Manchmal bekommt man vielleicht doch einen kleinen Schubs in die richtige Richtung, der die letzten leisen Zweifel vor einer Entscheidung einfach vom Tisch fegt. Ob man es nun Schicksal nennt oder Glück – keine Ahnung. Ich freue mich jedenfalls riesig auf das, was da kommt!

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Über Wiebke

In aller Kürze: Als Zweifach-Mama mag ich lieber Fußball statt Ballett, Bier statt Prosecco, Sneakers statt High Heels, Tarantino statt Titanic [obwohl so eine schöne Schnulze natürlich manchmal auch einfach sein muss :)], und ich hasse es, Schuhe zu kaufen. Davon abgesehen hänge ich an Hamburg, bin gern am Hafen, bei Konzerten im Stadtpark oder zum Mitfiebern im Volkspark – und all das am liebsten mit Kamera im Gepäck.